

"Sprachen sind etwas Lebendiges. Sie werden nicht verordnet, sondern
sie folgen dem Leben und entwickeln sich weiter.
Der Duden schreibt nicht vor,
ob es ein Wort geben darf und wie es für
immer zu schreiben und anzuwenden ist;
er registriert nur, was üblich
ist und was verstanden wird.
MUSICA EX TEMPORE ist LINQUA EX
TEMPORE, ist Sprache aus der Zeit, Formulierung aus der Situation heraus.
Sie erzählt von Empfindungen und Konflikten,
von Ansätzen und
Abbrüchen, von Wachstum und Zerstörung. Sie horcht die Zeit aus und
zwingt sie in Musik. Wer MUSICA EX TEMPORE hört, befindet sich in einem
Sprachlabor. Er wird von den allgemein
bekannten zu den neuen Sprachen geführt. Er wird Zeuge von Kommunikationsversuchen:
Wie läßt sich das, was heute ist und jetzt zu sagen ist, zum Ausdruck
bringen? Solche Sprache wird
nicht mit dem Vokabular auskommen, das schon in jedem Lexikon zu finden ist;
sie muß neue Worte wagen, neue Klänge kreieren, im Voranschreiten
Wege suchen, die noch nicht gegangen
wurden. Sie ist auf Hörer angewiesen, die sich etwas sagen lassen, was
sie nicht schon oft gehört haben."
Prof. Dr. Wilhelm Zauner, Linz
in Zusammenarbeit mit der Kulturverwaltung
der Stadt Wels
finanziell unterstützt vom Land Oberösterreich und der Stadt
Wels